Winter wie ich ihn liebe. Fast könnte man meinen, in Skandinavien zu sein. Und das nur eine gute Autostunde entfernt. Es schneit seit Tagen, die Temperaturen haben sich im Minusbereich festgesetzt und die Landschaft schaut aus wie in Märchenerzählungen. Der kürzliche Wintereinbruch macht Lust auf draußen: die frische und klare Luft einatmen, durch die ruhige, in Schnee verhüllte Landschaft stapfen, den knirschenden Pulverschnee unter den Füßen spüren. Wir möchten diese wundervolle Schneewelt ein Wochenende lang hautnah erleben. Kurzentschlossen packen wir unsere Rucksäcke, Schlafsäcke, das Zelt und unsere Schneeschuhe. Wir möchten draußen übernachten. Um nicht so viel auf dem Rücken tragen zu müssen, packe ich noch einen großen, wasserdichten Sack ein. Den möchte ich dann auf einem Schlitten befestigen und hinter mir herziehen.

Das Auto lassen wir auf einem Parkplatz hinter Kaltenbronn stehen. Schneeschuhe anschnallen, Rucksäcke auf den Rücken packen und es kann losgehen. Am Anfang begegnen uns noch ein paar Langläufer, doch sobald wir die Langlaufspur verlassen, sind wir nur noch allein. Mit mir geht noch mein Kleiner, der mit seinen 10 Jahren aber schon zu den ganz Großen zählt. Das Stapfen durch den tiefen, weichen Schnee macht ihm Spaß und es ist eine Freude hinter ihm her zu laufen. Im Sommer ist hier ein leichter Wanderweg, doch jetzt bei Tiefschnee haben wir Mühe durchzukommen. Gemeinsam laufen wir uns schnell warm. Es schneit ganz leicht und die Sicht ist nicht allzu gut. Die Tannen und Fichten sind tief verschneit, es ist still um uns herum. Die einzigen Geräusche sind das Knirschen der Schneeschuhe im Schnee und das Gleiten des Schlittens. Der Schlitten läuft gut hinter mir in meiner Schneespur. Hin und wieder, wenn es uneben wir, kippt er auf die Seite. Doch ich bin froh, ihn dabei zu haben, die Rucksäcke sind viel leichter. Und selbst wenn wir nur eine Nacht bleiben, erforden die Temperaturen und Bedingungen doch einiges an Ausrüstung.

Wir schauen uns nach einem Lagerplatz um. Auf einer freien Fläche umrahmt von Fichten räumen wir den Schnee für das Zelt. Um beim Schlafen nicht zu versinken muß der Schnee festgetreten sein. Es fängt schon an zu Dämmern und das Schneetreiben wird stärker. Wir beeilen uns mit dem Zeltaufbau und ich fange an Schnee für Tee und eine Maggisuppe zu kochen. Um einen Liter Wasser aus Schnee zu kochen, braucht es fast eine halbe Stunde. Doch die Suppe und der Tee wärmen von Innen. Mittlerweile schneit es heftig und wir kriechen in die Schlafsäcke. Das Thermometer an meinem Rucksack zeigt minus 8 Grad. Nicht sehr kalt. Beim Schein der Stirnlampe erzählen wir noch ein wenig und schlafen dann ein.

Für mich die größte Unannehmlichkeit beim Zelten im Winter ist, wenn ich nachts aus dem warmen Schlafsack rausmuss um zu pinkeln. Uahhh, dann ist´s kalt! Doch als ich dann draußen war, welch herrlicher Anblick. Es hat aufgehört zu schneien, die Wolken haben sich zum Teil verzogen und der Mond taucht die verschneite Landaschaft in ein kaltes, magisches Licht. Ich freue mich, auch das Fotostativ mitgeschleppt zu haben und fange an zu fotografieren. Es sind diese Momente, die mit den Zauber von solchen „Abenteuern“ ausmachen.

Am nächsten Morgen sind wir eingeschneit! Es hat gegen Morgen heftig zu schneien angefangen und unser Zelt und unseren Platz zugeschneit. Mit Schneeschmelzen, frühstücken und zusammenpacken sind wir eine gute Stunde beschäftigt. Dann stapfen wir wieder durch den Schnee auf einem Rundweg wieder zurück zum Auto. Das Erlebnis wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.