Deira Fish Market

Nichts für feine Nasen

Der Fischgeruch

steigt einem schon von weitem in die Nase. Die Metrostation ist rund 200 Meter entfernt und sobald man sie verlässt braucht man nur noch dem beissenden Gestank zu folgen. Der Fischmarkt befindet sich im Ortsteil Deira gleich auf der anderen Seite vom Creek. Die Schritte gehen gemächlich, man muss sich langsam an den strengen Geruch gewöhnen. Und doch läuft man wie gegen eine Wand und geht irgendwie widerwillig weiter. Dann hat man ihn erreicht und schlendert durch die Gänge. Es geht hektisch zu, bei steigender Hitze vergammelt die Ware. Die Händler preisen den Fang der Nacht an, Meerestiere und Fische aller Art und Größe, viele davon sind in Europa gar nicht erhältlich.

Langsam gewöhnen wir uns an den Gestank. Das Treiben ist faszinierend. Die Stände sind in Reihen angelegt und auf den Tischen liegt alles was das nah gelegene Meer hergibt. In viel Eis gepackt, weil Hygiene wird groß geschrieben.

Gleich nebeban auf dem Fleischmarkt werden Hammelhälften und Rindfleisch angeboten. Der Geruch ist, wenn überhaupt möglich, noch beißender. Es ist kühl hier drin, doch so richtig schätzen kann man das nicht, dafür rumort es zu arg im Bauch. Eine Provokation für jeden Magen, doch das Schauspiel ist überwältigend.

Ein paar Schritte weiter auf dem Obst- und Gemüsemarkt wird unser Riechorgan für die erlittenen Strapazen belohnt. Der Duft von tropischen Früchten und frischem Gemüse umschmeichelt die Nase. Das Meiste, was hier angeboten wird, ist importiert. Wir befinden uns in einem Wüstenstaat, hier wächst es nur spärlich. Doch wenn es nach der Vorstellung der Verantwortlichen geht, nicht mehr lange. Pläne für eine Bewässerung der Wüste liegen schon längst in der Schublade und es ist nur eine Frage des Geldes und der Zeit bis sie umgesetzt werden.

All images © Rolf Binder