Die Reisterassen auf Bali wurden 2012 von der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen.

(UNESCO Deklaration in englischer Sprache)

Für die balinesische Bevölkerung hat der Reisanbau schon seit langem eine große Tradition. Ein Viertel der Inselfläche ist mit Reis kultiviert, Reis ist Grundnahrungsmittel und manchmal auch Zahlungsmittel zugleich.  Vor allem an den Vulkanhängen ziehen sich die Terassen den Hang hoch, hin und wieder unterbrochen von Palmen, Obstplantagen oder Schreinen und Tempelanlagen.
Immer noch ist Reisanbau harte Handarbeit, als Himmelstreppe zu den Göttern werden sie von den Balinesen genannt. So gehören auch entsprechende religiöse Zeremonien beginnend mit Einweihung eines neuen Reisfeldes, über die Aussaat bis zur Ernte dazu. Sie sind der Reisgöttin Devi Sri geweiht, dienen aber auch zur Besänftigung von bösen Geistern, die ein gutes Wachstum verhindern wollen. Allerorts befinden sich Schreine an den Reisterassen, wo Opfergaben für eine gute Ernte dargebracht werden. Und die Götter sind den Reisbauern wohlgesonnen, drei Ernten im Jahr sind unter den vorherrschenden klimatischen Bedingungen möglich. So ist es keine Seltenheit, dass man bei einer Wanderung durch die Reisterassen den Reis in allen Wachstumsphasen von der Saat bis zur Blüte antreffen kann. Die Aussaat erfolgt im trockenen Boden, danach werden die Terassen bis zum Erreichen der Blüte geflutet und erst fünf Wochen vor der Ernte wieder trocken gelegt. Die Bewässerungstechnik ist sehr ausgeklügelt und gilt als unübertroffen. Das Wasser wird aus Quellen im Berg über kunstvoll angelegte Wassergräben von einer Terasse zur nächsten geleitet.

Mit unseren gemieteten Motorrollern sind wir fast überall auf der Insel an Reisterassen vorbei gekommen. Zu Fuß lassen sich die Felder dann noch besser erkunden.

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